Zu einem Vortrag unter dem Titel "Das Priesteramt im Allgemeinen und Besonderen" hatte die KFD den Münsteraner Priester Thomas Laufmöller ins Rinkeroder Pfarrzentrum eingeladen.
Laufmöller hatte vor zweieinhalb Jahren nach Auseinandersetzungen mit der Bistumsleitung seinen Dienst quittiert und ist seitdem als freier Seelsorger und Redner bei Trauerfeiern und Trauungen tätig, lädt zu Agapefeiern ein , hält Vorträge und ist Autor.
Laufmöller erläuterte seinen Zuhörern seine Wunschvorstellung von Kirche und hatte entsprechend einiges an deren Ist-Zustand zu kritisieren. "Kirche müsste lebendiger und näher an den Menschen sein" äußerte Laufmöller. Denn wer etwa neu in einer Stadt sei, der frage sich nicht, wo es die beste Predigt gebe, sondern "Wer hört mir zu? Wo finde ich Gemeinschaft?". Entsprechend halte er die heutigen "XXL-Gemeinden" für einen "Fehler". Denn abgesehen von der zeitzehrenden Fahrerei, habe der Pfarrer nun nicht mehr ausreichend Bezug zu den örtlichen Gruppen und Vereinen, um diese einzubinden, so die Meinung des Münsteraners.
Und "auch der Pastor braucht eine soziale Heimat", nannte er einen weiteren Aspekt. Dies sei der Grund gewesen, warum er nach seiner Versetzung wieder in der vorherigen Stadtteil gezogen sei - "weil ich dort zu Hause bin". Auch kritisierte der ehemalige Pfarrer, für den der Kontakt mit den Menschen besonders wichtig ist: "Zuviel Zeit ging drauf für Gremienarbeit." Er plädierte für weniger Haupt- und mehr Ehrenamtliche, denn die gebe es genug, so seine Erfahrung aus seiner ehemaligen Münsteraner Gemeinde.
Da war die Frage aus dem Publikum naheliegend, ob er denn noch Kirchensteuer zahle, was der "Priester ohne Amt", wie Laufmöller sich bezeichnete, bejahte.
Auch Raphaela Blümer und Birgit Laubrock, Drensteinfurter Mitstreiterinnen der Initiative "Maria 2.0", waren unter den Besuchern. Sie richteten die direkte Frage "Was können wir tun?" an Laufmöller. Dieser zeigte sich wenig zuversichtlich. Kirchliche Strukturen verändern zu wollen, sei sehr mühsam. Schließlich fand man in der Diskussion zum Konsens, dass beides notwendig ist, nämlich einerseits weiterhin öffentlich etwa Geschlechtergerechtigkeit zu fordern, und andererseits in Gruppen "so , wie es unserer Vorstellung entspricht, mit Freude den Glauben zu leben".
Ebenso wie Priester Thomas Laufmöller es offensichtlich tut.
Quelle: Westfälische Nachrichten vom 19.03.2026